1957er Chevrolet Bel Air 4-Door Station Wagon

Prolog

Dies ist nun also mein erstes Projekt. Oft habe ich schon gehört "Da hast Du dir aber was vorgenommen.". Aber ich sage immer wieder, man wächst mit seinen Aufgaben.

Gekauft bzw. zu dem Projekt entschlossen habe ich mich im November 2012. Ich befand mich gerade auf einem Lehrgang und somit könnte man sagen, dass dieses Projekt eher einer Laune als einer wohlüberlegten Idee entsprungen ist. Aber das wäre doch weit gefehlt. Auf diesem Lehrgang habe ich einen Kameraden kennengelernt, der bereits eine laufende Restauration bei sich in der Garage stehen hatte. So kam man immer wieder auf dieses Thema zurück und hat sich eingehend über Dinge wie unerwartet Kosten, Preise für Teilebeschaffung in den Staaten und die wirtschaftlichen Aspekte unterhalten.

Die Nachfrage an alten amerikanischen Klassikern ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Verkaufspreise in Deutschland steigen während die Preise in den Staaten annähernd stagnieren, und der zu dem Zeitpunkt günstige Dollar-Kurs waren ebenso Kriterien die für den Beginn eines Restaurationsprojektes sprachen. Kurzum wurden die Abende neben dem täglichen Lernen auch mit Recherchearbeiten zum Thema Import aus den Staaten verbracht.

Es dauerte nich lange und man fand ein lohnenswertes Projekt. Ein abgebrochenes Restaurationsprojekt aus dem Hause Chevrolet. Die Bel Air Reihe ist sehr bekannt, gefragt und vor allem unter den Enthusiasten für US-Klassiker der späten 50er Jahre sehr beliebt.

Also trat man in Verhandlung und konnte neben einigen Preisnachlässen und neuer Verglasung auch noch den nicht zu vernachlässigenden Service einer kleinen eigenen Paketannahmestelle in den Staaten aushandeln. Der Verkäufer hat neben wertvollen Tipps zum Geschäft mit der Restauration auch noch alle Pakete, welche ich vor der Verschiffung noch organisiert habe, entgegengenommen und im Bel Air sauber verstaut. Wie man auf den Bildern ja unschwer erkennen kann.

Dezember 2013

Auch wenn ich dann nach Ankunft des Bel Air hier bei mir schon das ein oder andere an Blecharbeiten und Demontagearbeiten geschafft habe, ist doch die zeitliche Belastung meines eigentlichen Jobs in den vergangen 9 Monaten doch recht hinderlich für den Fortschritt gewesen. Mein Plan ist es nun, die restlichen (leider nicht so wenig wie meine Worte suggerieren mögen) Blech-/Schweißarbeiten in den kommenden Jahren zu komplettieren, um mich dann um die erneuerung der Elektrik zu kümmern. Dann, so der Plan, werden die Vorbereitungen für die Lackierung durchgeführt, um dem Wagen dann im Anschluss sein neues Farbenkleid zu verpassen.

Januar 2017

Durch einige verzögernde Umstände ist das Projekt sehr stark ins Hintertreffen geraten. Ich hoffe aber, dass ich jetzt in 2017 zumindest die Fahrwerksteile und die restlichen Schweißarbeiten kompletieren kann, ehe ich dann den Wagen (so komisch das auch klingt) wieder für die Verschiffung in die Staaten vorbereiten werde. Ich werde für drei Jahre in den USA arbeiten und werde daher den Wagen wieder mitnehmen um dort "drüben" dann nicht die drei Jahre zu verlieren. Als positiven Nebeneffekt hat dies auch, dass ich verdammt günstig an die eventuell doch noch fehlenden Teile herankommen kann.

 

Juli 2017

Leider hat es mit der Verwendung in den Staaten nun doch nicht geklappt. Daher geht es nun hier in Deutschland mit der Restauration weiter. Die vergangenen Wochen habe ich einige Motoranbauteile lackiert, die Getriebeölwanne getauscht und den Cockpit-Kabelbaum für den Nachbau vorbereitet. Sobald die Urlaubsplanung vorangeht, werden auch die Schweißarbeiten weitergehen.

 

August 2017

Knappe zwei Wochen Urlaub habe ich genutzt. Mehr oder weniger effektiv aber, es ist ein bisschen was passiert. Die Kofferaumverkleidung ist fertig für die Montage. Die Lenkungsteile sind nun auch komplett lackiert. Eine Lampenfassung ist fertig und die oberen Querlenker sind demontiert. Leider streikt nun mein Kompressor was die Luftfördermenge und den Druck angeht. Damit wird das Strahlen der Teile zu einer wahren herausforderung. Immerhin hat es noch für die Spurstangenaufnahmen an den Bremstrommeln gereicht. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr doch noch ein bisschen mehr schaffe. Generell scheitert das stete Vorankommen immer noch an einer vernünftig großen Werkstatt, welche man auch im Winter ohne Frostbeulen nutzen kann.

 

 

Geplante Farbkombination